Quelle: Die Prinzen - Mein Hausaufgabenheft (1994)

Am 16. März
1994 in Halle vor dem Fankonzert haben die Prinzen zwischen Probe und
Fernsehaufnahme "unserem Hausaufgabenheft"- Team ein Interview
gegeben. Sie waren
trotz der Hektik total nett und haben sich bei aller Lockerheit und allem
Spaß Gedanken
für Euch gemacht.
Was waren Eure Lieblingsfächer?
Sebastian: Meine
Lieblingsfächer
waren Musik, Englisch und Hofpause.
Tobias: Meine waren Sport, Musik und Geschichte
Jens: Nadelarbeiten und Schulgarten.
Wolfgang: Eigentlich gar nichts, höchstens Englisch.
Vor welchen Fächern grause Euch am meisten?
Sebastian: Mathematik, ganz extrem.
Tobias: Chemie, da hatte ich mal eine 4, aber eine ganz knappe.
Henri: Meine grausamsten Fächer waren Physik, Mathe und Chemie.
Jens: Russisch war mein schlimmstes Fach.
Wolfgang: Mir grauste eigentlich nur vorm Aufstehen.
Was habt Ihr vom Schulsport gehalten?
Sebastian: Das ist
eine sehr schöne Frage. Da habe ich ein sehr gutes
Verhältnis
zu gehabt. Meine Lieblingssache war die Kletterstange. Da bin ich nie hochgekommen.
Den 3000- Meter- Lauf zur Prüfung musste ich noch einmal nachholen, weil
ich mir
da nicht so richtig Mühe gegeben hatte. Der Lauf war dann mehr ein Gang.
Wir hatten richtig Spaß beim Sport.
Henri: ... außer alles, was mit Turnen zusammenhing. Geräte- und
Bodenturnen war
nicht so meins. Leichtathletik und Ball-Sport-Spiele waren eigentlich ganz
lustig.
Vor allem - wir waren in der 11. / 12. Klasse nur zu fünft in einer Klasse.
Dann waren
auch mal welche krank. Wenn wir dann Fußball gespielt haben (zwei gegen
einen),
da war ich der eine und haben gewonnen. Das fand ich sehr toll.
Jens: Ich Schulsport habe ich am liebsten Bockspringen gemacht.
Wolfgang: Bockspringen war nicht so meins.
Sebastian: Aber was immer noch schöner war am Sport,
die Turnhalle war abgeteilt mit
durchsichtigen Vorhängen. Da haben wir immer nach den Mädchen geguckt.
Das war tierisch, weil, wir waren ja reine Jungsklassen; thomanerchormäßig.
Da haben wir die Mädchen auch mal etwas unbekleideter gesehen. Das war
für
uns sehr interessant. Wir haben da fast mehr gelernt als im Biologieunterrricht.
Welche Gefühle hattet Ihr vor großen Arbeiten?
Sebastian: Schrecklich! Ich ärgere mich im nachhinein, dass ich mich
immer so heiß gemacht habe.
Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass ich später mal Musik mache
und es dort ziemlich egal
ist, hätte ich das lockerer gesehen. Kurzkontrollen in Russisch am Montagmorgen
waren immer
" wunderbar".
Tobias: Mir ist das ziemlich am Ars... vorbeigegangen. Ich habe meinen Abiaufsatz über
einen Film
geschrieben, den habe ich mir einfach ausgedacht. "Der Schläfer" hieß der
Film. Da habe ich selbst
Regie geführt und auch die Hauptrolle übernommen. Habe meinen eigenen
Film gleich noch ein
bisschen kritisiert. Das ist auch durchgekommen und ich habe eine 2 gekriegt.
Das darf man
jetzt erzählen, es ist schon über 10 Jahre her.
Henri: Das kam auf die Fächer an. Bei denen, die mir nicht so lagen, habe
ich mir schon einen
Kopf gemacht. Aber ansonsten eigentlich nicht so sehr. Das schöne an den
langen Arbeiten
wr ja, dass die Lehrer keine Fragen gestellt haben, da konnte man in Ruhe schreiben.
Wolfgang: Ich habe mich nicht so heiß gemacht.
Jens: Ich habe mehr den Spickzettel bevorzugt.
Was würdet Ihr denen raten, die in der Schule nicht so gut zurechtkommen?
Sebastian: Jeder sollte das tun, was er am besten kann und sich darauf spezialisieren.
Wenn er in Biologie zum Beispiel eine 5 hat, ist das nicht so schlimm, wenn
er dafür
woanders unheimlich gut ist. So kommt man auch am weitesten. Wenn man von allem
nur ein bisschen kann, bleibt man ewig nur Mittelmaß. Wer studieren will,
der müsste
sich schon anstrengen. Aber will er, wie wir nur Musik machen, braucht er sich
überhaupt nicht anzustrengen.
Henri: Nachdem sie aus der Schule raus sind, sollten sie schon was aus ihrem
Leben machen.
Wie kann man kurz "a-cappella" erklären?
Das heißt,
singen ohne Kapelle.
Jeder hat irgendwie einen Lieblingsspruch. Welchen habt Ihr?
Sebastian: "Ich lebe, um glücklich zu sein!" und
dann gibt es noch einen kirchlichen Spruch:
" O Herr, gibt mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern
kann und gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann."
Tobias: "Ich bin nie zufrieden, aber meistens glücklich" - den
find ich ganz okay.
Tobias: Unser Lieblingsspruch ist eigentlich Faust, 1. Teil.
Das war jetzt Spaß?
Nee, das war Ernst.